Von aussen gibt es kaum Anzeichen dafür, dass es sich hinter der Tür zu dem alten Bauernhaus mehr als 200 Tiere gut gehen lassen. Spätestens beim Betreten wird jedoch klar, dass es sich um ein Tierheim handelt. Doch das Tierheim Gals ist kein Tierheim, wie man es sich vorstellt.



Sofort steigt mir der typische Geruch von nassem Katzenfell und -futter in die Nase, im Licht schweben dutzende glänzende Haare durch die Luft. Binnen weniger Sekunden bin ich von lauter miauenden Fellknäueln umringt, die gestreichelt werden wollen. Sie kommen aus allen Ecken gekrochen und hüpfen von ihren sonnigen Plätzchen auf den Welldächern und Katzenhäuschen hinunter. Im selben Moment kommt Nancy, eine Mitarbeiterin, durch die Türe. Für ein kurzes „Ah, bonjour!“ reicht es. Die 41-Jährige trägt eine schwarze Jogginghose und eine rote Fleecejacke, die sie vor Kälte und Nieseln schützt, Arbeitsklamotten eben. Etwas verlottert sieht die Kleidung aus, aber sauber und makellos muss sie auch nicht sein, bei der Arbeit wird sie ja doch schmutzig und geht kaputt. Umso freundlicher und aufgestellter sieht Nancy selbst aus, die seit über 20 Jahren für und seit zwei Jahren im Tierheim selbst arbeitet. Im Vorbeigehen schenkt sie mir ein Lächeln, dann muss sie auch schon weiter, die Arbeit wartet. Mir bleiben noch knappe drei Stunden mit den Tieren, solange dauert die Besuchszeit. Mehr lässt der Arbeitsaufwand des Teams nicht mehr zu.

Auf dem Areal von über 8000 m2 finden über zwischen 200 und 250 Katzen ein warmes Plätzchen und eine Menge Zuneigung. Sie sind verwildert, ausgesetzt, verletzt, alt oder schwach und  nicht mehr vermittelbar. Mina Schreyer, die Leiterin des Tierheims Gals, und ihre Angestellten sorgen für das seelische und physische Wohl der Tiere. Sie füttern sie, pflegen sie und zaubern ihnen ein kleines Paradies.

Die bittere Tatsache, dass so viele Tiere – das Tierheim sorgt neben den Katzen auch für einige Hunde, Hühner, Kaninchen und Meerschweinchen – abgeschoben und nicht mehr gewollt werden, wird mir beim Spaziergang durch das Gelände deutlich vor Augen geführt. Von überall her kommen die Katzen und umschleichen mich. Sie schnurren und miauen um die Wette, am liebsten würde ich alle gleichzeitig streicheln. Als ich mich auf eine kalte Steinmauer setze, dauert es keine zehn Sekunden bis mir „Spocky“ auf den Nacken hüpft und losschnurrt. Da kommt auch schon der getigerte „Yuri“ um die Ecke und legt sich auf meinen Schoss, während sich „Léon“ nebenan die Pfoten schleckt. Die nette Begrüssung löst in mir das Gefühl aus, als würde ich erwartet, als wüssten die Tiere, dass heute Samstag ist und sie sich von den Besucherinnen und Besuchern eine grosse Portion Zuneigung abholen können. Wenn sie nur wüssten, dass mir ihre Anwesenheit und ihr Zutrauen mindestens genauso gut tun wie ihnen…
„Achtung, ihre Füsse! Ich muss hier kurz das Putzwasser wegschütten.“, werde ich von einer weiteren Mitarbeiterin vorgewarnt woraufhin ich meine Beine leicht anhebe. Das Wasser riecht erstaunlich gut, nach Putzmittel, könnte Apfelblüte sein. Die Katzen freuen sich weniger darüber, sie flüchten vor den Spritzern.

Angefangen hat alles vor über 35 Jahren. Damals war Mina Schreyer noch als passionierte Grundschulleiterin tätig. Zunächst fütterte sie nur wenige zugelaufene Katzen, diese vermehrten sich jedoch rasant. Schon bald einmal kümmerte sie sich zusammen mit ihren Eltern um über 60 Tiere. Bei ihrem Mitwirken in einer Tierschutzorganisation wurde Mina Schreyer das Elend der Katzen vor Augen geführt. Zig alte, kranke, verwahrloste Katzen, die abgeschoben wurden und nicht mehr vermittelt werden konnten, sollten eingeschläfert werden. Die Entscheidungsmacht der Menschen über Leben und Tod der Katzen wollte sie sich nicht länger mit ansehen. Sie und weitere Tierfreunde und Tierfreundinnen wollten den Katzen zu einem artgerechtes Leben in möglichst grosser Freiheit verhelfen. So stellten sie im und um das Bauernhaus von Mina Schreyers Eltern das Tierheim Gals auf die Beine. Es stiess von Beginn an auf grosses Interesse, so wurde der Zuwachs, auch an kranken, pflegebedürftigen Tieren, immer grösser. Mina Schreyer ging durch Höhen und Tiefen, stand immer wieder vor schwierigen Entscheidungen und Geldsorgen, doch sie konnte sich zusammen mit vielen engagierten Helferinnen und Helfern ihren Traum verwirklichen.

Es erscheinen mehr und mehr Besucher, denen beim Betreten ein Lächeln auf den Lippen liegt. Viele kommen her, weil es ihnen gut tut, sie eine Ablenkung und einen Ausgleich zum hektischen Alltag finden. Ein Pärchen setzt sich auf eine Bank und streichelt die Katzen, von denen es sofort umringt wird, während sich ein weiterer Besucher an der Zuneigung der Tiere erfreut. Ein älterer, französisch sprechender Herr läuft mit Trockenwürstchen durch das Gelände und füttern damit die Katzen, welche ihm nun hinterher laufen. Manche lässt er direkt abbeissen, den Schüchterneren legt er kleine Stückchen in die Nähe. Er achtet darauf, dass kein Tier zu kurz kommt. Als er an mir vorbeigeht, zieht er eine gelbe Verpackung aus seiner Jackentasche. Er drückt mir ein Würstchen in die Hand, „pour le petit Yuri“. Viele der Besucherinnen und Besucher kommen regelmässig. Eine Frau hat sogar eine Katzenbürste mitgebracht, mit der sie die Katzen verwöhnt und ihnen die Knoten aus dem Fell löst. Besonders gerne kümmere sie sich um die alten Katzen, die bald sterben würden. Ein wenig Wärme und Zuneigungen tue ihnen wie auch ihr gut. Ein paar Meter weiter hält eine Familie Ausschau nach ihrer Lieblingskatze, weitere Leute tauschen sich mit anderen Besucherinnen und Besuchern sowie Angestellten aus oder beobachten die Vielfalt an Musterm Farben und Charakteren, die es zu sehen gibt. Da sind langhaarige Katzen, kurzhaarige, weisse, rote, gestreifte, gefleckte, solche mit blauen Augen, solche mit braunen, welche ohne Schwanz oder welche mit einer eiternden Verletzung, verängstigte und zutrauliche. Da sind der grosse, träge „Tony Schlufi Balu“, der unverkennbare rote „Elvis“ und die feine „Lola“. Jede Katze hat einen Namen, jede Katze hat eine eigene Persönlichkeit und ihre Eigenheiten, die respektiert werden.

Ich stehe auf und mache mich auf den Weg in den hinteren Teil des Geländes. Auf mittlerer Strecke, gerade als sich die Plattenwege trennen, treffe ich auf Luan, einen weiteren Mitarbeiter. Er ist dabei, mit Schwamm und Putzwasser die Boxen zu säubern. Neben ihm liegen ein geknickter Gartenschlauch und ein nicht mehr ganz so weisser Lappen. Bisher war mir den Mann kaum aufgefallen, ich habe ihn noch nie sprechen gehört. Als ich ihn um ein Foto bitte, tauen seine Gesichtszüge auf, ein Lächeln huscht ihm über die Lippen. „Bien sûr!“, sagt er und dreht sich zu mir hin. Er sieht zufrieden aus. Als ich weitergehen will, hält er mich auf- Er habe da vor Kurzem etwas entdeckt, das er mir zeigen möchte. Mit seinen nassen Händen zeigt er auf einen grossen Baum, der sein Blätterkleid schon längst verloren hat. „Dort oben, ganz in der Spitze, habe ich letztens einen wunderschönen Vogel gesehen. Er war gross und bunt und er hat laut gezwitschert, deshalb habe ich ihn bemerkt. Das wollte ich Ihnen nur sagen, wo sie doch Ihre Kamera dabei haben“. Ich bleibe noch eine Weile stehe und behalte den Baum im Auge. Den Vogel finde ich nicht, womöglich hat er sich schon auf den Weg gen Süden gemacht. Ich führe meinen Spaziergang fort, vorbei am Hühnerstall komme ich zu einer grossen Grünfläche mit über 20 Katzenhäuschen und einem riesigen Meerschweinchenkäfig, auf der nur eine Katze liegt. Die anderen haben sich in den Häuschen und unter den Tischen versteckt. Mittlerweile hat es angefangen zu regnen.

Eine weitere Mitarbeiterin huscht vorbei. Sie trägt grüne Regenstiefel, eine dicke Jacke und ein Tablett mit fünf vollen Futternäpfen, die sie in den Katzenhäuschen verteilt. Die Fütterung der Tiere ist lange nicht alles, was erledigt werden muss. Hinter den Kulissen steckt noch viel mehr Arbeit: Die Katzen werden zum Impfen und Kastrieren zum Tierarzt gebracht. Einfacher ist es natürlich, wenn die Leute die Katzen bereits geimpft und kastriert ins Tierheim bringen. Kranke Katzen werden mit besonderem Futter und Medikamenten wieder aufgepäppelt, das Gelände muss in Stand gehalten werden und, und, und. Strom, Wasser, Futter, Miete, Löhne, Katzenstreu, Medikamente, tierärztliche Behandlungen – all das verursacht monatliche Kosten von über 50'000 Franken. Geld, das in erster Linie durch Spenden aufgetrieben wird. Zum Leben bleibt kaum mehr etwas übrig. Die rund 15 direkt im Tierheim angestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind mit Herz und Seele dabei. Sie schuften den ganzen Tag, füttern und pflegen die Katzen, halten den Betrieb im Tierheim am Laufen. Hinzu kommt die Betreuung von rund 500 weiteren Katzen aus der näheren Umgebung. Das Tierheim stellt den Findern und Besitzern Futter zur Verfügung und übernimmt Tierarzt- und Transportkosten für Kastrationen, damit nicht noch mehr Katzen ausgesetzt oder ins Tierheim abgeschoben werden.

Bei jedem Besuch des Tierheims wird mir bewusst, wie passioniert die Angestellten sind. Sie hetzten durch die Gegend um allen Tieren gerecht zu werden, haben kaum Zeit zum Durchatmen und nehmen sie sich doch immer wieder um hier und da mit einem Tier zu schmusen, mit ihm zu Reden oder den Besucherinnen und Besuchern ihre Fragen zu beantworten. Einige sind von früh morgens bis spät abends da. In der Kälte und im Regen suchen sie die verschnupften und schwachen Katzen um sie für die Übernachtung ins Warme zu bringen. Im Gespräch mit Nancy erfahre ich, dass sie Zuhause selbst 16 Katzen hat. Kommt sie nach Hause, geht die Arbeit direkt weiter. Aber sie mache es gerne, das müsse man, ohne Leidenschaft ginge es kaum. Und die Leidenschaft merkt man ihr an. Trotz des Stresses scheint die Passion immer wieder durch, sei es nur bei einem Lächeln im Vorbeigehen oder den liebevollen Kuscheleinheiten für die Tiere. Sie ist mit Herzblut dabei, um den Tieren ein Leben in Freiheit zu ermöglichen, denn „une vie dans une box, c'est pas un vie“.

Vermittelt werden die Katzen, die ins Tierheim Gals kommen, nicht. Manche hätten Verhaltensstörungen (entwickelt) oder "sehen einfach nicht mehr so schön aus" - ein weiterer Grund, weshalb sie von ihren Besitzern abgeschoben werden. Die Tiere sind oft so verängstigt oder krank, dass sie gar nicht mehr vermittelt werden können bzw. wollen. Lieber sollen sie den Rest ihres Lebens in Würde und Freiheit geniessen können. Die Kapazitäten des Tierheims sind eigentlich schon längst erreicht. Was die Platzierung von Katzen abgeht, arbeitet das Tierheim unter anderem deshalb eng mit dem „Tierheim Aarebrüggli“ zusammen, welches sich ebenfalls um verletzte und abgeschobene Katzen kümmert und diese an liebe Menschen mit einem Herz für Katzen vermittelt.

Ich habe meine Runde zu Ende gedreht und komme zurück zum Eingangsbereich. Die Sonne geht langsam unter, in der Abenddämmerung schimmern die Katzenfelle immer rötlicher.
Über mir wimmert es. Ein Haufen Katzen späht vom Balkon, vor dem die frisch gewaschene Wäsche hängt, herab. Schon lange interessiert mich, was es dort oben alles gibt. In diesem Moment setzt sich Nancy für eine Raucherpause neben mir auf die Sofakante. Sie unterhält sich mit einer Besucherin, während sich „Spocky“ von hinten anschleicht. „Oh, Spocky Spock“, seufzt sie und nimmt ihn in die Arme. Der Kater verdrückt sich. Er möge keinen Zigarettenrauch. Wenn sie rauche, bleibe er nicht, wenn sie nicht rauche schon. Tatsächlich, als sie ihren Zigarettenstummel ausdrückt, kommt der schwarz-graue Tiger wieder angerannt.
„Spocky, Chouchou“ schmiegt sich an sie, seinen Kopf über ihre Schulter gelegt, die Augen geschlossen und schnurrt vor sich hin. Seine Schnurrhaare glänzen im Licht der untergehenden Sonne. Eine Lieblingskatze habe Nancy nicht, alle seien ihr gleich wichtig. „Spocky“ und die Beziehung zwischen den beiden sei dennoch etwas ganz Besonderes, „on a le même caractère“, erklärt sie.

Über mir miaut es wieder. Jetzt will ich aber wissen, was sich dort oben verbirgt. Normalerweise dürften Besucherinnen und Besucher nicht einfach so nach oben, aber Nancy schlägt mir vor mich zu begleiten. Hinauf geht es über ein relativ steiles, schmales Treppchen. Der Boden des alten Bauernhauses knarrt vor sich hin. Auch hier entdecke ich in jeder Ecke eine neue Katze, die vor dem Regen geflüchtet ist. Sie liegen auf den Balken unterhalb des Daches, in den Körben und Kisten oder in anderen freien Nischen. Auf der einen Seite des Obergeschosses befinden sich ein Pausenraum und eine kleine Küche. In der Mitte liegt das Büro von Mina Schreyer und ganz hinten führt mich Nancy in ein weiteres kleines Katzenparadies. Als ich hineinkomme, strömt mir ein angenehmer Wärmeschwall entgegen - direkt beim Eingang stehen ein Elektro-Radiator und ein alter Feuerofen.

Die ganzen Katzen, von denen ich mittlerweile einige beim Namen kenne, hierher sind sie also vor der Kälte geflüchtet. Auch in diesem Zimmer scheint jede ihr Plätzchen gefunden zu haben, sei es unter dem Tisch, auf einem Brett, einem Balken oder Teppich, in einem – von Katzen heiss geliebten – Schuhkarton oder auf dem Schoss von Marianne oder Jaqueline. Jaqueline (rechts auf dem Bild) besucht das Tierheim seit mehr als zehn Jahren. Anfänglich kam sie nur unregelmässig an Samstagen, wenn sie genug Zeit hatte, später wurden die Abstände kurzer und die Besuche regelmässiger. Als vor vier, fünf Jahren Hilfe beim Zupfen des Hühnchens gebraucht wurde, meldete sie sich freiwillig. Mittlerweile unterstützt sie das Tierheim an drei Tagen pro Woche in ihrer Tätigkeit als ehrenamtliche Helferin. Rechts neben ihr sitzt Marianne, auf deren Schoss „Seppli“ vor sich hin döst. Die Katzenbesitzerin besucht das Tierheim mittlerweile auch regelmässig seit über eineinhalb Jahren, nachdem sie, zu Beginn „nur“ als Spenderin, darauf aufmerksam geworden ist. Fast alle der Katzen kennt sie beim Namen.

Nancy zeigt mir den Rest des Zimmers. An der linken Wand stehen einige grosse Boxen. In der einen schnurrt "Amelie" vor sich hin, in der Box nebenan schläft "Babuschli". Letztere sei mit ihren guten 20 Jahren auf dem Buckel die älteste Katze des Tierheims, erklärt mir Nancy. Sie öffnet das Türchen und gibt sie Jaqueline zum Schmusen auf den Schoss. „Babuschli“ wirkt etwas wackelig auf den Beinen und sieht müde aus. Die Katzen seien in den Boxen, damit sie nicht nach draussen in den Regen und die Kälte entwischen. Dafür seien sie zu alt, zu schwach und oftmals zu krank. Schon öfter sei den cleveren Tieren aber genau das gelungen. Babuschli schafft es auch sich davon zu schleichen. Sie in der Dunkelheit wiederzufinden dauere oft Stunden - Zeit, die Mina und ihre Angestellten eigentlich nicht haben. Nancy verlässt den Raum, sie muss weiterarbeiten, aber ich dürfe bleiben, solange ich wolle.

In jeder Ecke hat sich ein Büsi versteckt. Die schüchternen haben sich in verschachtelte Nischen oder Kisten verkrochen, viele liegen zusammengerollt oder quer ausgestreckt auf den Holzbrettern und -balken. Eine weitere Mitarbeiterin, die gerade frisches Futter hochbringt und Holz für den Ofen nachlegt, erklärt mir, dass die Katzen die Holzwärme sehr gerne mögen. „Das sieht man“ sage ich und schmunzle dabei. Die Katzen liegen verteilt um den ganzen Ofen herum, die meisten dösen entspannt vor sich hin. Jetzt ginge es noch, bei dem schlechten Wetter seien zwar schon viele der Katzen nach drinnen geflüchtet, im Winter seien es aber noch viel mehr. Weil auch die wilden Katzen hier Zuflucht finden, bleibt den Besucherinnen und Besuchern der Zutritt normalerweise verwehrt. Die wilden und ängstlichen Katzen würden sich erschrecken und weglaufen und damit auch die anderen Katzen vertreiben. Das wolle man vermeiden, wenn sie sich schon hinein trauen.

Die Zeit vergeht wie im Fluge, die drei Stunden Besuchszeit sind gleich um. Mittlerweile wurde auch "Babuschli" wieder eingefangen und zurück an die Wärme gebracht. Ich streichle dem schwarzen „Pirat“ ein letztes Mal über den Kopf, bevor ich das Zimmer verlasse. Die Sonne ist unterdessen fast komplett untergegangen, es ist kalt geworden. Man erkennt nur noch die groben Umrisse der Silhouetten und die Katzenaugen, die in der Dunkelheit langsam zu leuchten beginnen, sobald Licht darauf trifft. Immerhin tröpfelt es jetzt nur noch leicht und die Luft riecht klarer. Ich brauche vier Anläufe um den Weg nach draussen zu gehen, weil ich immer wieder von Katzen aufgehalten werde, die gestreichelt werden wollen, aber letztendlich schaffe ich es doch. Mit einem von Miauen begleiteten „A la prochaine“ werde ich herzlich verabschiedet und ich freue mich umso mehr darauf, bald wieder hinzugehen.

Dass meine Nase bei den kalten Temperaturen läuft, meine Kleidung voller Katzenhaare ist, es mich am ganzen Körper juckt und ich in Katzenkot getreten bin, ist mir aber egal. Ich habe ein Lächeln auf den Lippen und fühle mich entspannt wie schon lange nicht mehr.